Yes, we Can-Am!

von Daniel Große am 15.04.2010, 17:04 Uhr in 2010, Probefahrt

can-am

“Alter vor Schönheit”, sagte Kollege Gigold heute auf dem Freigelände hinter Halle 2. Dabei hatte er Glück, überhaupt Platz nehmen zu dürfen auf dem Can-Am Spyder Roadster. Denn wer das Dreirad über den Parcours fahren will, muss mindestens 30 sein. Für uns drückte das nette Team ein Auge zu und ließ Thomas, der in diesem Jahr noch nullen wird, auch an den Lenker.

Ausgerüstet mit Helm, einer schicken Can-Am-Jacke und jeder Menge Neugier saßen wir auf. Ein Instruktor erklärte uns Startvorgang, Lenkbewegungen und – ganz wichtig – die Bremse. Die ist nicht etwa am Lenker montiert, sondern in Form eines Tasters im Bereich des rechten Fußes. 106 PS hat das nette Maschinchen – und das merkt man auch. Wer im Leerlauf den Gashebel betätigt, bekommt diese Kraft zu spüren. Der Motor heult auf und bringt einen schicken, röhrenden Sound aus dem Auspuff. Nur der Instruktor war nicht gerade amused über meine nassforsche Entdeckungsreise über die Hebelchen und Taster des Can-Ams.

Echte Begeisterung konnte zumindest ich für das Gefährt nicht aufbringen. Nicht, weil es nicht sexy wäre, daran liegt es nicht. Aber zwei Runden über den Kurs reichen nicht, um eins zu werden mit dem Can-Am. Um ein Gefühl für Gas, Bremse und Lenkung (ohne Servo) zu entwickeln. Spaß machte es trotzdem. Und vielleicht schauen wir nochmal vorbei, um etwas sicherer zu werden. Den ganzen Beitrag lesen »

Unter Strom

von Thomas Gigold am 14.04.2010, 19:37 Uhr in 2010

tesla1

100.000 Euro. 1240 Kilogramm. 250 km/h Spitze. 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. 0 Gramm CO2.
All diese Zahlen sind nichts. Nichts gegen dieses Gefühl beim Kick auf das Gas.

Wer schon einmal Flugzeug geflogen ist, der kennt dieses Gefühl. Wenn die Turbinen durchdrehen, die Bremse gelöst wird und sich das Flugzeug in Bewegung setzt. Wenn man sich ein wenig schwerer vorkommt, den Druck der Beschleunigung spürt, und es mit kaum etwas vergleichen kann. Mit kaum etwas anderem, als dem Tesla.

Der Tesla ist ein böses kleines Gefährt.
Böse, weil er schnell ist. Verdammt schnell.
Böse, weil er so flüsterleise ist, dass man nicht mitbekommt, wie schnell man eigentlich ist.
Und vor allem böse, weil man bei all dem Spaß den dieses kleine, verdammt schnelle, verdammt teuere, Ding macht, absolut kein schlechtes Gewissen haben muss. Denn wo kein Verbrennungsmotor, da kein CO2-Ausstoß.

Von den Qualitäten des Tesla muss man nicht viel halten. Die Sitze sind hart – lange Strecken will man damit nicht unbedingt fahren -, die Ausstattung ist rudimentär, und die Verarbeitung könnte auf jeden Fall besser sein. Für 100.000 Euro bekommt man im Innenraum nicht viel geboten. Und fahrwerkstechnisch basiert der Tesla Roadster auf der Lotus Elise, die man für etwas mehr als 40.000 Euro bekommt. Was also macht den Tesla so besonders?
Die Frage ist ebenso leicht wie vorhersehbar zu beantworten: Der Elektroantrieb.
Der ermöglicht es ohne Schaltvorgang in 3,9 Sekunden von 0 aus 100 zu kommen. Atemlos. Denn die unterbrechungsfreie Beschleunigung ist wirklich etwas, das seines gleichen sucht.

Nach der Fahrt im Tesla freut man sich irgendwie auf das kommende Zeitalter der Elektroautos. Weil wir in eine neue Ära der Beschleunigung aufbrechen. Und selbst als Verfechter des guten alten “Ich bin ein V8, ich mach Krach”-Sounds bei einem Auto muss ich zugeben: Das Summen des Teslas beim beschleunigen macht irgendwie Spaß.
Reichweite? Bis zu 400 Kilometer. Für rund 4 Euro pro Ladung.
Geladen werden kann dank Lithium-Ionen Akku auch zwischendurch – hier 30 Minuten, da mal 5 Minuten und daheim vielleicht 4 Stunden, das ärgert den Akku nicht und hält sorgenfrei (so man befürchtet irgendwo stehen zu bleiben, wo keine Elektrosäule steht).

Mit dem Tesla will RWE für Aufmerksamkeit sorgen und uns die Angst vor den Elektroautos nehmen. Klappt!
Einmal Tesla fahren? RWE ist in Halle 2 zu finden. Infos zum Thema Elektromobilität kann man sich bei RWE und e.on besorgen (e.on findet man auf der AMI ebenfalls in Halle 2)

tesla

Für Ladies, Lords und Nerds.

von Thomas Gigold am 13.04.2010, 21:22 Uhr in 2010

rangerover_830

Die Zahl des Tages, werte Leser, gestern war 54.000. Aber natürlich wollen wir uns jeden Tag ein wenig steigern, und so entschlossen wir uns, heute in etwas Platz zu nehmen, dass ein paar mehr Euro in die Waagschale wirft. Und Kilo. Und Antriebsräder. Und .. Nerdigkeit.

Die Wahl ist also schnell getroffen, denn über dem Mercedes E-Cabrio rangieren bei den Probe zu fahrenden Autos nur zwei: Der RWE-Tesla für 100.000 Euro. Und der Range Rover. Für ab 85.900 Euro.

Der Range Rover fährt irgendwie ausser jeglicher Konkurrenz. Er ist mehr Geländewagen als ein SUV. Er ist höher als ein .. KEP Transporter. Er ist stärker als ein .. KEP Transporter. Und Platz gibt es ausreichend. Bekommt man die Beine hoch in die Jagdkanzel des Range Rovers steigt man in eine andere Welt. Eine, die anfängt sich zu “booten” – wie ein Computer erwacht der Range Rover aus dem Schlaf, wenn man sich ihm mit dem Schlüssel nähert. All die kleinen nerdigen Sachen springen an, bis zu dem Punkt, an dem man Platz nimmt. Platz, im Sessel ihrer königlichen Majestät herself. Sitzend wird man von einem Monitor hinter dem Lenkrad begrüßt. Einem Monitor, der via LED anzeigt wie schnell man ist, welche Drehzahlen man fährt, wie spät es ist, .. Mechanischer Tacho mit richtigen Zeigern? Oh my dear, c’mon on! We live in the 21st century. We don’t have such stuff anymore!

Nerdigkeit setzt sich dann fort, wenn man in die Rückspiegel blickt, in denen drei kleine Lichter blinken, sobald jemand im toten Winkel auftaucht. Sie setzt sich fort in fünf kleinen Kameras, die über das Auto außen verteilt sind und sich auf dem mittleren Monitor nicht nur ansehen, sondern auch steuern lassen. Und die Oberklasse des englischen Understatements – und meiner Nerdigkeit, aufgrund meiner Begeisterung dafür – erreichen wir, wenn man auf dem Beifahrersitz Fernsehen (!) schauen kann, während der Fahrer auf dem gleichen Monitor vom Navigationssystem sich die Strecke zeigen lässt!

Der Range Rover ist ein Traum .. Er ist wie eines dieser modernen Smartphones. Du kannst jede Menge Zeug mit ihm machen. Es gibt überall Gimmicks, Zusatzfächer und Kleinigkeiten zu entdecken. Ach so, ja. Fahren kann man damit übrigens auch. Sogar auf nassem Rasen mitten im Gelände.
Aber eigentlich ist das nebensächlich. Eigentlich, will man nur in diesen Sitzen Platz nehmen, den Motor säuseln lassen und diese erhabene Position da oben genießen. Während man auf den Beifahrersitz gelehnt DVDs anschaut.

Den Range Rover darf man allein im Leipziger Umland bewegen, den Counter zur Probefahrt-Anmeldung findet ihr auf dem Freigelände hinter Halle 2/4 in der kanadischen Blockhütte.

… und wer jetzt noch immer nicht weiß, was ich eigentlich sagen will, der schaue Auto-Gott Jeremy Clarkson dabei zu, wie er Spaß mit dem Range Rover hat!
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Meditation auf vier Rädern

von Thomas Gigold am 12.04.2010, 20:32 Uhr in 2010

mercedes

Man bewegt nicht aller Tage ein Auto wie dieses über die Straßen – eines, im Wert von 54.000 Euro. Insbesondere nicht während einer Probefahrt. Insbesondere nicht, wenn es erst seit wenigen Tagen beim Händler steht.
Doch selbst wenn wir den Preis einmal außer Acht lassen, so entspräche der einleitende Satz noch immer der Wahrheit: “Man bewegt nicht aller Tage ein Auto wie dieses.” Ein Auto wie das Mercedes E-Klasse Cabrio E 250 CDI BlueEfficiency.

Die vierte Variante der aktuellen E-Klasse steht seit März bei den Mercedes Händlern, und kann auf der AMI Probe gefahren werden – eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Ich dürfte nicht der Erste und Einzige gewesen sein, der den Schlüssel nach der Ausfahrt ins Leipziger Umland gern behalten hätte, anstatt ihn dem freundlichen Beifahrer von Mercedes wieder auszuhändigen ..

204 PS (150 kW) stecken unter der Haube des schönen Stuttgarters, auf die Straße entlassen über ein 5-Gang-Automatikgetriebe und vier flüsterleise Reifen. Überhaupt: Die Lautstärke. Erst in der Mitte unserer kleinen Ausfahrt realisierte ich, dass “CDI” bei Mercedes für Diesel-Motoren steht. Diesel! In einem Cabrio! Wer das noch vor wenigen Jahren typische Nageln des Dieselmotors im Ohr hat rennt bei dieser Vorstellung schreiend davon und denkt: “Die müssen wahnsinnig sein”. Doch im Gegenteil: Schlüssel rein, Zündung an. Und man muss auf den Drehzahlmesser achten, um selbst bei offenem Verdeck mitzubekommen, ob der Motor überhaupt läuft.

Automatik zu fahren ist immer so eine Sache. Ich bin nach wie vor ein Verfechter der manuellen Schaltung – würde mir selbst (im Moment) nicht freiwillig ein Automatik-Auto zulegen. Aber langsam – sehr langsam, aber immerhin – überzeugen mich die Automatik-Getriebe doch ein wenig. Der Tipp aufs Gaspedal fördert deutlich Kraft und Schwung auf die Straße, und in der Sport-Einstellung – Druck auf’s Knöpfchen neben dem Schalthebel genügt – wird der Mercedes noch einmal etwas schaltfauler und damit spritziger.

Aber spritzig will man eigentlich nicht fahren. Nach einigen Kilometern im “Windschatten” eines Kleinwagens, der mit 80 über die gerade Landstraße fuhr, versicherte mir unser Mercedes-Begleiter, ich könne das vor uns liegende Wägelchen ruhig überholen. “Alles frei, wenn Sie das Gas etwas mehr durchdrücken, dann packt der das locker!”, versicherte er mir. Aber ich wollte überhaupt nicht! Die Klasse des E-Cabrios besteht darin, den Fahrer in einen wunderbaren Zustand des “Dahingleitenwollens” zu versetzen. In einen fast meditativen Zustand des Fahrgenusses, ohne das Bedürfnis Geschwindigkeit aufzunehmen. Genau das Richtig für eine frühlingsfrische oder spätsommerliche Ausfahrt. So muss Yoga sein. Oder Qigong. Nur mit vier Rädern.

Selbst entspannen könnt ihr bis Sonntag, bei der Ausfahrt mit dem E-Klasse Cabrio. Mercedes findet ihr in Halle 2.

Göttlicher kleiner Phoenix?

von Thomas Gigold am 11.04.2010, 21:15 Uhr in 2010

citroen_ds3

Wenn Gott in Frankreich wohnte, dann würde er dieses Auto fahren – wenn er es agil, frisch und schnell mag!

Mit der Einführung der neuen DS-Serie will Citroen ein Segment von Lifestyle-Autos schaffen. Eine französische Antwort auf den britischen Charme des MINI. Grund, einmal Platz in dem schicken Franzosen zu nehmen, und sein Gaspedal im Leipziger Umland einmal näher an die Straße zu pressen.
Für unsere Ausfahrt haben wir uns für die Top-Variante entschieden: Im kleinen DS3 schlummert ein 1.6-Liter Aggregat mit Turbolader und insgesamt 150 PS. Die beschleunigen den DS3 in .. wir haben die Zeiten nicht gestoppt, und wer alle Werte nachlesen will, den befriedigt sicherlich die DS-Seite von Citroen. Aber es sei verraten: Sechs Gänge, 150 PS, ein hartes Fahrwerk – das macht Spaß! Und zwar sehr viel. Das Interieur ist wertig, frisch und ansprechend, der Benziner in seiner Lautäußerung angenehm zurückhaltend. So zurückhaltend, dass man manchmal durchaus den passenden Sound zum deutlich spürbaren Beschleunigungswert vermisst.

Natürlich kann man den neuen DS3 nicht mit der Großmutter DS vergleichen. Und das soll man auch nicht – Citroen verpasste dem Kleinen Lifestyle-Gleiter deshalb auch den Slogan “Anti Retro”. Der Name soll eine Hommage an die unter Autoliebhabern beliebte 50er/60er Jahre “Deesee” – die Göttin. Jenen wunderbaren Groß-Citroen, der durch Design, Technik und seinen Spitznamen für Jauchzen sorgte im damaligen Frankreich. Heute steht DS für “Different Spirit”, oder “Design Series”. Oder gar für “Dufte Sache”. Denn dass ist der DS3. Ein wirklich gelungener Wurf. Deswegen: Unbedingt ausprobieren. Sieben Tage habt ihr noch Zeit ;)

Zahmer Schneemensch.

von Thomas Gigold am 11.04.2010, 00:23 Uhr in 2010, Live

Der Yeti ist das wahrscheinlich metrosexuellste Auto, seit Menschen das Wort metrosexuell erfunden haben. Im Grunde ist der Yeti weniger der Reinhold Messner als vielmehr der David Beckham unter den SUVs. Feingliedrig muskulöse Arme, hohe Wangenknochen und eine glatt rasierte Brust. Weit weg vom haarigen bis hakeligen Fahren das der Name suggeriert, dieser Skoda.

Wie bereits der Superb im letzten Jahr überzeugte uns der Yeti durch gutes Handling, ruhige Fahrt und hervorragende Verarbeitung. Der mit einem 1.8-Liter-Benziner befeuerte, 160 PS starke g.ya’ dred (wie der Yeti im Tibetischen heißt), den wir heute über A14 und Landstraße jagen durften verfügt über ein automatisches Allrad-System, dass den Antrieb der Hinterräder dann zuschaltet, wenn die Vorderräder durchdrehen. Davon merkt man im normalen Alltag nichts, seine Allrad-Fähigkeit dürfte der Yeti auch nur dann ausspielen, wenn es über matschige Waldstrecken und kleinere Wiesenhügel geht. “Für Förster und andere Landschaftsarbeiter”, soll der Allrad-Yeti dann auch sein, wie unser Skoda-Begleitfahrer auf die Zielgruppe angesprochen berichtet. Doch dafür ist das Skoda-SUV eigentlich fast zu schade. Das große Sonnendach, die Sitze mit prima Seitenhalt, das wohlige Innere – all das möchte man eigentlich nicht mit Gummistiefeln und feuchtem Grünrock einsauen…

Der Yeti macht einen wirklich guten, sympathischen Eindruck. Kein Grund sich vom haarigen Bergmonster erschrecken zu lassen. Im Gegenteil. Den Mut zusammen zu nehmen und sich dem kleinen Ungeheuer zu nähern, lohnt. Das ist auf der AMI noch bis 18. April am Stand von Skoda in Halle 1 möglich – dort kann der Yeti zur Probefahrt gebucht werden.