von Daniel Große am 16.04.2010, 17:06 Uhr in 2010, Presse, Umwelt
Wie gestern geschrieben und im Podcast erwähnt, durften wir gestern die Segways vom RWE-Stand in Halle 2 entführen, um einige der elektrisch betriebenen Fahrzeuge der AMI zu entdecken. Wie das aussah, seht ihr hier.
Er ist sexy. Nicht nur wegen seiner Kurven und Kanten, sondern vor allem, wegen seines Antriebes. Der Honda CR-Z soll der stylische Einstieg in das Thema Ökoauto werden, vor allem für junge Fahrer und Fahranfänger. Was auf seine Art schon wieder sexy ist. Man stelle sich vor, junge Menschen entscheiden später nicht mehr nach PS-Zahl und Motorengeräusch über ihr erstes Auto, sondern nach Verbrauch und Antriebsart.
Das hybride Coupé setzt auf die Technik des Insight, optisch eher auf den CR-X, ein bisschen aber auch wie der Civic. Auf der AMI steht der CR-Z als Deutschlandpremiere. Honda bezeichnet ihn als weltweit erstes Hybridfahrzeug, das die Vorteiles eines benzinelektrischen Antriebs mit einem 6-Gang-Schaltgebtriebe und der Karosserie eines Coupé verbindet. Der 1,5-Liter-Motor leistet 114 PS, unterstützt wird er durch einen 14-PS-Elektromotor. Der Verbrauch soll bei 5 Litern auf 100 Kilometern liegen.
von Daniel Große am 15.04.2010, 16:25 Uhr in 2010, Live, Umwelt
Was es heißt, elektrisch unterwegs zu sein, kann man hier auf der AMI sehr schön sehen. Zum einen an den Ständen. smart, Opel, Peugeot, Citroen, Audi, Renault und einige Aussteller mehr zeigen Prototypen oder bereits fertige Elektro-Autos. Zum anderen zeigt RWE mit dem Tesla, dass Elektromobilität bereits heute serienreif und alltagstauglich, wenn auch nicht für jeden bezahlbar ist.
RWE hat aber noch mehr: Zum Beispiel einen kleinen Segway-Parcours in Halle 2. Wir haben uns heute diese wunderbaren Gefährte ausleihen dürfen und sind damit über die AMI gefahren, um uns an den Ständen von Opel, Peugeot und smart umzusehen. Wie das aussah, könnt Ihr spätestens morgen Nachmittag sehen, denn das Team vom AMI-Online.tv hat uns begleitet.
Eines können wir aber schonmal verraten: Abgestiegen sind wir von “unseren” Segways nur sehr ungern. Wer die Personal Transporter noch nicht kennt, sollte unbedingt bei RWE vorbeischauen. Es ist wirklich ganz leicht.
von Daniel Große am 13.04.2010, 15:59 Uhr in 2010, Live, Umwelt
Zum morgigen Tag für Berufseinsteiger präsentiert ein Jugendprojekt eine umgebaute Schwalbe von Simson. Das Besondere: Sie fährt komplett elektrisch und ist damit genauso leise wie der Flug einer echten Schwalbe in einer lauen Sommernacht.
„Wir wollen praktisch zeigen, wie Elektromobilität aussehen kann und haben hierzu ein Jugendprojekt ins Leben gerufen“, informiert Julian Fischer, Leiter des Klimaprojekts bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Zehn Jugendliche bauten zwischen Dezember und März in den Räumen des Kooperationspartners, dem Jugendkulturzentrum GaraGe Leipzig eine alte Simson Schwalbe zu einem Elektroroller um. Die Elektro-Schwalbe ist bereits seit Beginn der AMI zu sehen und wird morgen in Halle 3, Stand E 34, von dem Jugendprojekt präsentiert.
Weiteres witziges Highlight des Standes der Verbraucherzentrale: Mit Fahrrädern können hier Modellautos auf einer Rennbahn angetrieben werden. Je mehr das Modellauto real verbraucht, desto stärker muss der Besucher in die Pedale treten.
Ein Fahrzeug, das völlig anders ist als die meisten, gibt es in Halle 3 zu sehen. Der Nios ist eine Konzeptstudie, die von Studenten dreier Hochschulen entwickelt wurde: von der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle, der Hochschule Merseburg (FH) und der TU Chemnitz. Unter dem Label “Hydrokultur” bauten sie dieses Ultraleichtfahrzeug in ungewöhnlichem Design.
Der Nios ist allerdings nicht nur ein Showcar, sondern ein voll einsatzfähiger Fahrzeugprototyp. Die Studenten werden am 6. und 7. Mai damit den eco-Marathon 2010 in der Klasse UrbanConcept bestreiten und damit gegen Teams aus ganz Europa antreten. Beim eco-Marathon, der von Shell unterstützt und durchgeführt wird, gilt es, ein Fahrzeug zu entwerfen, konstruieren und letztlich auch bauen und zu fahren. Schwierigste Bedingung: Mit nur einem Liter Kraftstoff muss es die größte Distanz fahren, um zu gewinnen.
Beim Nios soll das vor allem durch den Einsatz nachwachsender und vor allem leichter Rohstoffe gelingen. Holz, Baumwolle und Basalt sind die Hauptbestandteile. Damit bringt das Gefährt gerade mal 160 Kilo auf die Waage. Angetrieben wird es von einer Brennstoffzelle und einem Elektromotor. 70 Prozent der Materialien sind regenerativ, der Dreisitzer kann zudem zu 90 Prozent recycled werden – eine Gesamtenergiebilanz, die nicht jedes Fahrzeug aufweisen kann.
Wer den Nios mal sehen will: Halle 3, Stand D42. Vor Ort sind auch einige der Projektverantwortlichen, die gern Rede und Antwort stehen.
Wie erwartet hat das Bundeskabinett heute die neuen Regeln für die Abwrackprämie beschlossen. Das Gesamtvolumen wird von 1,5 Millliarden auf 5 Milliarden Euro aufgestockt. Diese Summe soll nun für zwei Millionen Prämien reichen, weiterhin werden pro Auto, das mindestens neun Jahre alt ist, 2500 Euro gezahlt. Am Ende des Jahres – oder wenn die 5 Milliarden Euro erschöpft sind – soll die Förderung auslaufen.
Für die Entscheidung erntet das Bundeskabinett nicht nur Lob: Die Opposition hat die Aufstockung als “milliardenschweres Wahlgeschenk ohne großen Nutzen für die deutsche Industrie” kritisiert. FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms sagte auf Deutschlandradio Kultur, dass zwei Drittel der über die Abwrackprämie verkauften Fahrzeuge im Ausland gebaut würden. Um deutschen Herstellern mit ihrem Angebot an Mittelklassewagen zu helfen, hätten die Abschreibungen für Geschäfts- und Dienstwagen erhöht werden müssen. Stattdessen werde der Automarkt nach Auslaufen der Prämie einbrechen. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast bemängelte, die Abwrackprämie sei von Anfang an Murks gewesen. Auch sie erwartet einen rapiden Einbruch der Verkaufszahlen. “Wer jetzt einen Neuwagen kauft, wird sich nächstes und übernächstes Jahr – wenn neue, umweltfreundlichere Modelle auf den Markt kommen – nämlich keinen kaufen”, sagte sie der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. (Reuters)
Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz kritisiert die Maßnahme als Strohfeuer. Der Verschrottungsbonus sei eine Subventionierung einer bestimmten Branche zulasten anderer, kritisierte er am Mittwoch im ZDF-”Morgenmagazin”. Das sei eine Wettbewerbsverzerrung, denn dafür würden beispielsweise weniger Sofas oder Fernseher gekauft. (FAZ/ddp)
Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), ideeller Träger und Mitveranstalter der AMI in Leipzig begrüßt die Aufstockung der Prämie und die Fortzahlung in gleicher Höhe. Auf Anfrage des AMI-Blogs sagte Thomas Böhm, Pressesprecher des VDIK: “Natürlich gibt es nach jeder Förderung ein Loch. Dennoch benötigen wir jetzt den Konjunkturanschub. Es zeigt sich, dass der Kunde nun nachholt, was er unter Umständen jahrelang vor sich herschob, nämlich den Kauf von umweltschonenden und effizenten PKW.” Zudem geht Böhm davon aus, dass das “Loch” nach Ende der Förderung nicht so tief ausfalle. “Das generelle Interesse am Automobil ist jetzt geweckt, das wird auch anhalten”, meinte er. Die Umweltprämie sei die einzige Maßnahme, die sofort und positiv wirke.
Zum Kritikpunkt, vor allem ausländische Autobauer würden profitieren, sagte Böhm, die Verwobenheit im Produktionsprozess sei so groß, dass gesichert sei, dass alle profitieren, auch deutsche Zulieferer. “Ein Beispiel ist der neue Renault Mégane. Hier sind 33 von 41 Zuliefern deutsche Unternehmen. Oder der Suzuki Splash: Etwa 30 von 40 Herstellern kommen aus Deutschland”, zählte er auf. Zudem sei es falsch, zu glauben, deutsche Autos würden aus Deutschland kommen. “27 Prozent der in Deutschland verkauften Autos stammen aus ausländischer Produktion, viele deutsche Autobauer und Zulieferer haben auch Werke im Ausland”, so Böhm.
Bereits jetzt mache sich der Umwelteffekt bemerkbar. So wurde die Durchschnittsemission an CO2 gesenkt. “Wir bekommen jetzt endlich die Euro-1 und Euro-2-Autos von der Straße, davon gab es mal 16 Millionen. Die Senkung der CO2-Emmission ist ein wichtiger Schritt. Und je eher er passiert, desto besser. Wettbewerbsverzerrung befürchtet Böhm nicht, allenfalls eine kurze Zurückhaltung. “Viele Anbieter wie Möbelhäuser oder Elektronikmärkte haben doch die Abwrackprämie adaptiert und geben Sonderzahlungen beim Kauf eines neuen Artikels.”
Was echte Laufruhe bedeutet, erfuhren wir heute im wahrsten Sinne des Wortes. Im Honda Insight. Der Hybrid aus Benzin- und Elektroantrieb hinterließ bei uns einen bleibenden Eindruck. Und das Wissen, dass es echt Spaß macht, einen Hybriden zu fahren.
Beginnen wir am Anfang: Der freundliche Begleiter während unserer Probefahrt zeigte uns zu Beginn den Elektromotor. Der ist nicht wie beim Hybrid-Civic hinter der Rückbank montiert – was zur Folge hatte, dass diese nicht mehr umklappbar ist – sondern unter einer Abeckung im Kofferraum versteckt. Hier stört er nicht und kann in Ruhe seine Arbeit tun.
Ruhe – da ist es wieder, dieses Wort, das den Insight wohl am Besten beschreibt. Nach Umdrehen des Zündschlüssels waren wir uns nicht sicher. “Läuft der Motor schon?”, fragten wir uns. Ja, er tat es. Leise. Sehr leise. Das Fahrverhalten war erste Klasse. Sehr “sahnig”, sanft und ruhig glitten wir dahin. Und waren trotzdem schnell. Bei 120, 130 km/h hört man den Benzinmotor schon, klar. Die Geschwindigkeit spürt man im Insight trotzdem nicht. So etwas haben wir während unserer Probefahrten hier noch nicht erlebt.
Der Hybridantrieb funktionierte reibungslos. Bei Geschwindigkeiten von etwa 25 bis 50 km/h arbeitet nur der Elektromotor. Drüber oder drunter kommt der Benzinmotor zu Hilfe. Im niedrigen Drehzahlbereich oder im Rollen wird die Energie zurückgeführt und lädt den Elektromotor auf. Außerdem hat der Insight eine Auto-Stopp-Funktion, die bei unter 10 km/h oder im Leerlauf bei Betätigung der Bremse den Motor abstellt. Lässt man die Bremse wieder los, springt der Motor sofort wieder an – fast unbemerkt und dezent im Hintergrund.
Insgesamt die bislang ruhigste Probefahrt hier auf der AMI. Demnächst soll das Prinzip, so sagte uns der Honda-Mitarbeiter, auch im Jazz verbaut werden. Und hoffentlich bald in noch mehr Fahrzeugen, auch anderer Hersteller. Denn mit einem Verbrauch von 4,6 Litern auf 100 km liegt die voll ausgestattete Limousine im absoluten Spitzenfeld.
Der Honda Insight steht ab 18. April beim Händler.
von Daniel Große am 27.03.2009, 15:35 Uhr in 2009, Live, Umwelt
Rainer Zietlow ist leidenschaftlicher Erdgasfahrer, PR-Manager für diverse Autohersteller und unterstützt darum sehr gern alles, was das Image von Erdgas erheblich hebt. Darum startete er am 7. Januar 2009 in Irschenberg bei Rosenheim eine Erdgas-Tour quer durch Deutschland. Die dauerte bis 23. März und führte Zietlow mit seinem VW Passat TSI EcoFuel nach Westerland auf Sylt. 24.000 Kilometer legte er zurück und steuerte dabei alle 815 Erdgastankstellen Deutschlands an. Das Fazit nach dieser Tour: “Das deutsche Erdgastankstellen-Netz ist weitaus besser als sein Ruf.” Jedes andere Statement von Erdgas-PR-Mann Zietlow hätte uns auch gewundert…
Doch Zietlow stattete den Tankstellenpächtern nicht nur einfach so einen Besuch ab, nein, er testete auch gleich die Zuverlässigkeit und den Zustand der Säulen. Ergebnis hier: Nahezu alle Zapfsäulen der Mineralölkonzerne und Stadtwerke sind in einem sehr guten Zustand, die Ausfallquote lag bei weniger als einem Prozent.
Alles zum Thema Erdgasfahrzeuge gibt’s am Stand des Trägerkreises Erdgasfahrzeuge in Halle 3.
In Sachen alternative Antriebe hat die AMI seit Jahren einiges zu bieten. Auch in diesem Jahr gibt es beispielsweise wieder den Gemeinschaftsstand Erdgas. Der zweiten Gas-Variante, dem Autogas, widmet sich das Autogasblog. In einem sehr interessanten Beitrag listet Herausgeber Ralf Ortmayr alle Angebote auf der AMI zum Thema Autogas. Verlinkt ist dort auch ein PDF mit allen Höhepunkten zum Ausdrucken und Mitnehmen. Lesebefehl! :-)
Gute Nachricht für alle Besitzer eines alten Autos: Die staatliche Umweltprämie, auch Abwrackprämie genannt, wird aufgestockt. Darüber haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach gleichlautenden Agentur- und Medienberichten “grundsätzlich verständigt”. Vereinbart wurde demnach, dass die Prämie verlängert, aber keinesfalls über 2009 hinaus gewährt wird. Nähere Einzelheiten über das zusätzliche Volumen seien noch nicht festgelegt worden, hieß es.
„Die Einigung der Koalitionsfraktionen ist die richtige politische Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt“, so VDIK-Präsident Volker Lange. „Nun sind die Weichen für eine nachhaltige Belebung der Automobilkonjunktur, für die Erhaltung von Arbeitsplätzen, für mehr Umweltschutz und mehr Verkehrssicherheit gestellt. Die heutige Entscheidung ist ein besonders gutes Vorzeichen für die Leipziger Messe AUTO MOBIL INTERNATIONAL / AMITEC, die als wichtige Käufer- und Kundenmesse vom 28. März bis zum 5. April 2009 potenziellen Nutzern der Umweltprämie genau zum richtigen Zeitpunkt eine hervorragende Möglichkeit bietet, sich über die Angebotsvielfalt von 40 Marken zu informieren und im Hinblick auf die Umweltprämie beraten zu lassen“, so Lange weiter.
Bereits am 13. März forderte der VDIK, der ideelle Trägerverband der AMI und AMITEC, eine Aufstockung und Verlängerung der Umweltprämie.
Wie genau “abgewrackt” wird, erfahren Sie auf der AMI-Website – und natürlich auf der AMI direkt bei den Herstellern.
Dies ist das offizielle Weblog zur AMICOM, AMISTYLE und AMITEC 2011 in Leipzig. Wir berichten von den Vorbereitungen, erklären Hintergründe und bloggen während der Veranstaltung live aus den Messehallen. Mehr erfahren...