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Erdgas? Autogas? Was ist was?

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Motorseitig ist die verwendete Technik bei Autogas- und Erdgasanlagen völlig identisch, und doch herrscht ein Wettkampf: Erdgas vs. Autogas.
Doch warum eigentlich? Was ist der Vorteil von Erdgas? Und der von Autogas?

Wir beleuchten es ein wenig genauer:
Erdgas – im Fall des als Kraftstoff genutzten, verdichteten Erdgas auch CNG (Compressed Natural Gas) genannt – besteht zu 98% aus Methan und ist ein brennbares, in der Natur vorkommendes Gas.
Autogas – auch als Flüssiggas oder LPG (Liquified Petroleum Gas) bezeichnet – ist ein Gemisch aus Propan und Butan. Eigentlich ist es ein Abfallprodukte bei der Erdöl-Förderung und -Verarbeitung und identisch mit dem, was heute in Feuerzeugen und Gasflaschen für Camping steckt.
Beide Gas-Arten verbrennen ohne Rußpartikel, sind praktisch geruchsfrei und stoßen bis zu 25% weniger CO2 aus als Benzin oder Diesel.

Dass sie bei der Verbrennung besser für die Umwelt sind, eint Erdgas und Autogas, doch wo liegen eigentlich die Unterschiede?

Der große Unterschied zwischen Erdgas und Autogas ist die Lagerung: Während Erdgas an Tankstellen und im Auto in gasförmigem Zustand gelagert wird, ist Autogas flüssig und somit leichter und platzsparender zu lagern. Autogas benötigt außerdem nur einen geringen Druck von 8 bar um flüssig zu werden, während Erdgas sich bei einer Lagertemperatur von 20 Grad selbst bei 1000 bar nicht verflüssigt und daher gasförmig getankt wird.
Autogas wird also immer flüssig betankt und in Litern abgerechnet. Erdgas wird nur gasförmig betankt und in Kilogramm abgerechnet.

Viele Hersteller, u.a. Fiat, Citroen, Mercedes, Opel, Ford und VW, bieten heute sowohl Erd- als auch Autogas-Fahrzeuge ab Werk an. Kommt es zum Fall der Um- oder Nachrüstung eines bereits gekauften Autos, setzt man in der Regel auf Autogas. Der Grund für diese Entscheidung liegt zumeist im Platzanspruch der Tankbehälter: Erdgas-Behälter müssen aufgrund des benötigten Druck im Tank immer zylinderförmig sein und nehmen somit Platz im Kofferraum in Anspruch. Ein Autogas-Tank hingegen kann jede mögliche Form haben und ist somit besser unterzubringen – besonders beliebt bei der Nachrüstung ist der Verbau in die Ersatzradmulde des Autos. Weiterhin braucht man für die gleiche Reichweite der beiden Gas-Arten unterschiedlich große Tanks – Erdgas benötigt aufgrund seines gasförmigen Zustands größere Behälter, so dass eine Umrüstung auf Erdgas zulasten des Kofferraum-Platzes geht. Kommen Autos ab Werk mit Erdgas-Antrieb wird der Tank meist unterflurig verbaut und nimmt somit keinen Platz im Kofferraum weg.

Auf der motorbaulichen Ebene sind beide Gas-Alternativen nahezu gleich: Gasdüsen, Steuergerät und sogar die Software für die Einspritzregulierung sind identisch, lediglich Tank und das erste Bauteil in der Reihenfolge hinter dem Tank sind unterschiedlich. Beim Autogas sorgt nach dem Tank ein Bauteil dafür, dass aus der Flüssigkeit wieder Gas wird, beim Erdgas sorgt ein Teil für eine Druckminderung bei der Einspeisung in den Motor, da diese in der Regel mit 20 bar geführt wird, während Erdgas mit 200 bar im Auto gelagert wird.

Wenn also Technik und Verfügbarkeit bei den Autobauern recht identisch sind, wo liegen dann für uns als Autofahrer die Unterschiede?
Derzeit zum einen im Preis. Zum anderen im Tankstellennetz.

Beim Preis muss man etwas rechnen:
Ein Kilogramm Erdgas entspricht ca. 1,65 Liter Autogas und ca. 1,35 Liter Benzin. Das Kilo Erdgas kostet derzeit rund 80 Cent, der Liter Autogas ca. 60 Cent und ein Liter Super ca. 1,20 Euro. Die niedrigen Preise für die Gas-Alternativen kommen vor allem wegen Steuerbegünstigungen zustande, die bis 2018 festgeschrieben sind.
Doch, wie weit reicht das?

Auf 100 Kilometer gerechnet ergeben sich derzeit Preise von ca. 12 Euro für Benzin, ca. 7 Euro für Autogas und ca. 5 Euro für Erdgas.
Der böse Nachteil an Erdgas für den Autofahrer: Das Tankstellen-Netz mit Erdgas-Zapfsäulen ist klein. So gibt es derzeit nur rund 800 Erdgas-Tankstellen. Und 4.750 Tankstellen mit Autogas-Angebot.
Fährt man also viel, insbesondere regional, sind Erdgas-Anlagen im Auto unschlagbar günstig – ein Grund, warum viele regionale Bus-Unternehmen oder Lieferdienste auf Erdgas setzen. Auch für den Pendler ist Erdgas eine Alternative. Außerdem kann man mit der gleichen Anlage im Auto statt Erdgas auch Biogas tanken.

Autogas kommt dann in Frage, wenn man ein Auto nachrüsten will. Der günstige Einbau der Anlage und der geringe Platz, der “weggenommen” wird sind ein Vorteil. Fährt man außerdem viele Langstrecken spielt Autogas auch den Vorteil des besser ausgebauten Tankstellennetzes aus. Im EU-Ausland ist Autogas wesentlich weiter verbreitet als Erdgas – Vorsicht beim Auslandsaufenthalt ist lediglich bei den Betankungsanschlüssen geboten, die nämlich variieren in einigen Ländern. Allerdings ist ein einheitlicher, europaweiter Anschluss geplant.

Im Notfall lassen sich beide Gas-Antriebe auch mit herkömmlichem Kraftstoff betreiben.

Wer noch mehr Informationen zu den Themen Erdgas und Autogas haben will, der ist auf der AMI gut aufgehoben. Eigene Stände zu den Benzin-Alternativen und ein breites Angebot der Auto-Aussteller machen es einfach sich umfassend zu informieren. Diverse Hersteller wie Ford oder der Gemeinschaftsstand von “Das Erdgasauto” bieten Ihre Gas-Modelle auf der AMI auch zur Probefahrt an. Damit bietet die AMI eine Gelegenheit sich davon zu überzeugen, dass aus Sicht des Fahrgefühl es absolut keinen Unterschied macht, ob sich Gas oder Benzin im Tank befindet.

Ach, und übrigens: Gas ist nicht nur für die Umwelt besser, sondern auch für ihren Motor! So weist Autogas eine Klopffestigkeit von rund 110 Oktan auf, Erdgas kommt sogar auf rund 130 Oktan. Superbenzin tanken Sie hingegen mit 95 Oktan.

Über beide Formen, Auto- und Erdgas, können Sie sich auf der AMI in Halle 3 informieren.


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