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Biosprit-Verordnung gestoppt?

222826782_11dca2a0be_m.jpgDas Bundesumweltministerium gerät zunehmend unter Druck und hat in diesen Tagen darüber zu entscheiden, ob die Biosprit-Verordnung vorerst gestoppt wird oder nun doch kommt. Das bedeutet: Die 10 %ige Beimischung von Bioethanol in Kraftstoffe steht noch immer nicht fest. Am Mittwoch hies es kurzzeitig gar, das Ministerium habe die Verordnung bereits wieder zurück genommen, was man aber offenbar dementierte. Am Donnerstag nun verkündete nicht nur der VdA neue Zahlen, wieviele Autos den Biosprit nun nicht vertragen, das Bundesumweltministerium denkt offenbar auch noch immer über einen Stop oder Go nach.

So kursieren immer wieder neue Zahlen und Schätzungen: Laut ADAC würden 3,5 Millionen Autos die höhere Biosprit-Beimischung in Benzin und Super nicht vertragen, laut dem Umweltministerium vorliegenden Zahlen seien es 300.000 Autos deutscher Hersteller und laut Auskunft des VdA nur etwas mehr als 100.000 Wagen aus deutscher Produktion.
Bevor sich nun das Bundesumweltministerium zur Biosprit-Verordnung entscheidet, will man die noch ausstehenden Zahlen ausländischer Autobauer kennen. Sprich: Man schiebt die Entscheidung ein ums andere Mal auf, während die Autofahrer von einer unsicheren Meldung zur anderen geschubst werden und niemand etwas genaues weiß.

In den letzten Wochen war die Verordnung immer wieder in der Diskussion, u.a. weil alte PKW, welche die hohe Beimischung von Biosprit nicht vertragen würden, auf das teuere Super Plus umsteigen müssten.
Auch hatte der Beirat für Agrarpolitik vor wenigen Tagen eine Studie (PDF) vorgestellt, laut der in Deutschland gefertigter Biosprit weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll sei. Ins gleiche Horn stießen vor wenigen Wochen bereits britische Wissenschaftler und die UNO. Die Weltorganisation befürchtet vor allem steigende Nahrungsmittelpreise, weil Biosprit aus Weizen, Mais und anderen energiereichen Agrarpflanzen gewonnen wird.

Die höhere Beimischung von Biosprit sollte mit dazu beitragen den CO2-Ausstoß von Autos zu senken. Dieser Weg könnte nun vorerst verschlossen bleiben.

Umweltfreundlich geht aber auch ohne Beimischung von Biosprit: So kann man beim Neuwagenkauf heute aus einer breiten Angebotspalette aller Autohersteller zurück greifen, die nicht nur mit herkömmlichem Benzin sondern zusätzlich auch mit Bioethanol (eben Biosprit), Auto- oder Erdgas fahren. Wie bereits im letzten Jahr wird man sich auch 2009 darüber ausführlich auf der AMI informieren können.

Bild: carlsonimkeller


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