Automobilindustrie: am Kunden vorbei?
Eine aktuelle Studie besagt, die Automobilindustrie würde jährlich 27 Milliarden Euro in den Sand setzen, weil sie Innovationen am Kunden vorbei entwickelt. Das wäre gewaltig - und ich gehe davon aus, dass hier weltweit gemeint ist. Nur jede sechste angebotene Innovation würde beim Kunden auf Interesse stoßen. Komfort, Sicherheit, Leistungssteigerung oder Emmissionssenkung würden oftmals zu Lasten der Bezahlbarkeit gehen.
Und wie das immer so ist bei Studien: es gibt Leute, die sie stark anzweifeln. Ich zum Beispiel. Die Autos, die man heute wirklich kaufen kann, haben bereits im Vergleich zu einem Auto, das vor vier Jahren up to Date war, einen gewaltigen Sprung gemacht in Sachen Sicherheit, Komfort und dergleichen. Das habe ich auf der AMI wieder deutlich gesehen. Mit dem Ergebnis, dass man mit dem Auto, das man derzeit fährt, plötzlich nicht mehr zufrieden ist. Bezahlbar sind die Modelle, für die ich mich jetzt, aufgrund der AMI interessiere, trotzdem. Ja, sie sind sogar vergleichsweise preiswert.
Sicher müsste man in die Tiefe gehen und sehen, welche Punkte in der Studie genau angesprochen werden. Letztlich bleibt es aber immer Auslegungssache des Kunden, welches Auto als noch bezahlbar gilt oder nicht. Finde ich.
Sensationell! Spektakulär! Informativ! Der
1. Klaus · 23. April 2007 um 20:03 Uhr
Was ist preiswert? Ich finde, dass Autos mittlerweile in wahnsinnigen Preisregionen angekommen sind. 16000 Euronen kostet der kleinste Golf (das sind aber nicht die ganzen Gutsies drin, die du dir so vorstellst) - das ist nun doch für viele Jahre ein Nettojahresgehalt. Dazu die enormen Kosten für Sprit, Werkstatt und Klimbim.
Und wenn dann alle wichtigen Extras im Golf drin sind: 4 Türen, man vielleicht eine andere als die zwei Standardfarben haben möchte, eine Automatik, dann kostet dich das Autochen schon deutlich über 20000 Euro.
Warum in diesem Land das Automatikgetrieb noch immer einen horrenden Aufpreis (am Kunden vorbei!) kosten und vielleicht auch deshalb kaum geordert wird außer in der Oberklasse - das verstehe ich einfach nicht. Ich brauche keine Sechsgangautomatik, ein guter Viergangautomat tuts auch - aber dann doch bitte ohne Aufpreis.
2. Autoloco · 27. April 2007 um 23:42 Uhr
Für mich sind die Preise für Autos in Deutschland fast bei jeder Marke indiskutabel. Bis auf einige Kleinwagen ist doch alles überteuert. Wäre das Auto in unserem Land nicht noch immer so ein starkes Statussymbol, dann würden die Zulassungen und der Fahzeugbestand in unserem Land wahrscheinlich durch wesentlich mehr Kleinwagen und gerade Marken aus Asien geprägt. Ich kann über die Preispolitik der Automobilindutrie, gerade deutscher Hersteller, eigentlich nur noch schmunzeln.
3. Daniel Große · 28. April 2007 um 10:08 Uhr
Ja, das ist durchaus wahr. Ich verstehe teilweise auch nicht, warum Radios oder Fensterheber oder sonstige Kleinigkeiten extra Geld kosten. Aber wiederum gibt es eben auch Kunden, die bereit sind, diese Preise zu zahlen. Weil ein deutsches Auto eben - wie Du auch sagst - mehr Statussymbol ist als ein Japaner.
4. NRwLer · 8. Oktober 2007 um 18:57 Uhr
Und mal nebenbei bemerkt:
Der Golf 3 hat in etwa so viel Bordelektronik wie die Apollo 1….
Zumal werden Reperaturen immer komplizierter.
Für den Fall das die KFZ-Selbstdiagnose nichts oder nicht zutreffendes feststellt, gibts für die Automechaniker die immer mehr zu Mechatronikern oder gar Elektrikern werden, ein schier unlösbares Problem ;)