Duroplast auf Steroiden
Am 7. November 1957 rollte der erste Serien-Trabant in Zwickau vom Band. Und weil das bedeutet, dass der Volkswagen der DDR mittlerweile immerhin 50 Jahre alt ist, gibt es 2007 nicht nur diverse Termine, zu denen man als Trabi-Fan pilgern kann. Nein, auch auf der AMI wird der Volkswagen der DDR vorgestellt.
Nein, nicht als Neuwagen, aber so ähnlich doch … Als dem “Westen” angepasster, muskelbepackter Duroplast-Bomber, der den Namen Bomber endlich auch verdient …
Denn das Schöne am Trabant: Man darf mit dem deutschen Ost-und-Wende-Relikt so ziemlich alles machen, weil es von ihm im deutschen Straßenverkehr noch immer über 52.000 Exemplare gibt. Und damit gehört er, trotz Produktionsstillstand seit 16 Jahren, noch immer nicht zu den vom aussterbenden bedrohten Arten des Automobil.
Das verdankt er vielleicht nicht nur seinem Status als “Ikone”, sondern auch dem Duroplast-Kleid, das fleißig alle anderen Oldtimer überdauert; schließlich kann des Trabi Kleidchen nicht rosten. Und über aufweichen im Regen, habe ich bisher noch nichts gehört …
Die Familie Trabant gedieh von 1957 bis 1962 mit dem Opa P50, dem Vater P600 und dann von 1964 bis 1990 mit dem Sohn Trabant 601. Ein letztes Aufbäumen mit dem Enkel Trabant 1.1 konnte die Familie allerdings auch nicht vor dem Tod der Dynastie 1991 retten. Heute läuft die Rennpappe zwar noch immer tapfer wie ein VW Käfer, doch eine Neuauflage im Rahmen der automobilen Retro-Welle ist dann doch eher unwahrscheinlich …
Auf der AMI kann man ihn trotzdem sehen, den Trabi. Da steht er – in verschiedenen Ausführungen – in Halle 3, wo unter dem verheißungsvollen Titel “Tuning East” einige sehenswerte Exemplare osteuropäischer und -deutscher Produktion vorstellt werden, die so nur aufgrund fleißger Zulieferung westlicher Tuningkunst existieren. Neben aufgebrezelten Ladas stehen da tiefergelegte Barkas-Modelle und eben auch einige Wartburg- und Trabi-Exemplare mit überzüchteten Muskeln.
Der “Mister Universum des Trabi-Tuning” ist dabei ein in Goldmetallic lackierter Trabant 601, unter dessen flatterhafter Haube ein getunter Audi TT-Motor steckt, der dank zusätzlichem Turbolader, neuem Chip und einigen andern Eingriffen rund 300 PS schafft. Damit wird der Traum von der “Rennpappe” doch noch wahr, den wer hätte sich 1988 schon träumen lassen, dass man auf dem Weg nach Leipzig von einem Trabant mit mehr als 200 km/h überholt wird?
Der normale Trabant übrigens ist auf den ausgebesserten Straßen im West-Standard heute noch immer häufiger unterwegs als es Jaguar, Bentley oder Maybach sind. Vom Maybach wurden im letzten Jahr gerade einmal 62 Exemplare zugelassen. Aber zugegeben: So ein bisschen Pappe ist auch günstiger als ein Armaturenbrett mit Mahagonieinsatz.
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1. D-ROLF · 6. Mai 2007 um 14:09 Uhr
Bereits vor zwei Jahren hatten wir einen 6-Zylinder Trabi auf der AMI. Der wird auch über200 km/h Laufen, aber als Zweitakter!
Details auf unserer Webseite
2. doctorflory · 23. September 2007 um 14:20 Uhr
Wir haben ein Trabant Bj 74 mit Lupo GTI motor läuft auch seine 195km/h.Zusätzlich haben wir ein S de Luxe Bj.87 im originalzustand.Seit 11 jahren in unserem Besitz ohne das er jemals gemuckt hat ,ein treuer gefährte auf jedem weg.