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Die Ampel grün machen

engelmann.jpg“Jetzt hochschalten, jetzt in den Leerlauf schalten, jetzt rollen lassen” – es war ein bisschen wie bei der Fahrschule. Helmut Engelmann, zertifizierter Trainer beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. gab mir Tipps zum spritsparenden Fahren. Ich am Steuer eines Volvo C30, er auf dem Beifahrersitz, bewaffnet mit klugen Sprüchen.

Vier aktive Punkte gibt es: bei niedrigen Drehzahlen schalten und fahren, Schwung und Bewegungsenergie nutzen, Entscheidungsfreiheit erhalten und Handlungsspielraum erweitern und als letztes und wichtigstes: Motor abschalten wo es sinnvoll ist.

1) bei niedrigen Drehzahlen schalten und fahren

Ehrlich, es ist ungewohnt, im fünften Gang bei 50 durch die Ortschaft zu fahren. Der Drehzahlmesser zeigt knapp über 1000 – ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses niedertourige Gleiten wirklich Sprit spart. Tut es aber. Sagt Helmut Engelmann und zeigt seine kleine Broschüre, in der steht: nach etwa einer Fahrzeuglänge soll man bereits in den zweiten Gang schalten. In den dritten bei 30, in den vierten bei 40 und in den fünften bei 50 km/h.

2) Schwung und Bewegungsenergie nutzen
Das heißt im Prinzip nichts anderes als: vorausschauend fahren. Früh den Fuß vom Gas nehmen und nicht weiter beschleunigen, wenn erkennbar ist, dass man nicht weiterfahren kann. Also beim Rollen an eine rote Ampel, ein Stoppschild oder Vorfahrt-beachten-Schild, beim Heranrollen an Kreuzungen oder Einmündungen und beim Heranfahren an Hindernisse.
Was kann man tun? “Leerlauf einlegen und rollen lassen oder Schubabschaltung nutzen, wenn vorhanden. Heißt also: Gang drin lassen und runter vom Gas”, so Engelmann. “Die Ampel grün machen”, nennt das Engelmann, wenn er vor einer Ampel vom Gas geht und sich rollen lässt. (Diese Tipps gelten selbstredend nur für Schaltfahrzeuge.)

3) Entscheidungsfreiheit erhalten, Handlungsspielraum erweitern
Die Erweiterung des vorausschauenden Fahrens. Ein größerer Sicherheitsabstand als der Vorgeschriebene (den ohnehin kaum einer einhält) lässt mehr Raum für Entscheidungen. “Vor einem Hindernis kann man also früher auf eine andere Spur wechseln, Geschwindigkeitsschwankungen lassen sich elegant ausgleichen”, beschreibt Engelmann.

4) Motor abschalten, wo es sinnvoll ist
An Bahnübergängen macht es jeder, an der Ampel kaum einer. Doch Engelmann rät: “ab einer Standphase von 20 Sekunden lohnt es sich bereits, den Motor abzuschalten.” Sieht man also die Ampel auf Rot schalten und weiß, es dauert hier einige Zeit, kann man den Zündschlüssel ruhigen Gewissens nach links drehen.” Wissenswert: drei Minuten Leerlauf verbrauchen etwa genauso viel Kraftstoff wie ein Kilometer Fahrt bei 50 km/h. Und die alte Mär, dass ein Neustart des Motors mehr Sprit verbraucht, sei zumindest bei modernen Autos überholt.

So, und ich teste mich ab jetzt selbst. Wie lange das anhält, weiß ich nicht. AMI-Besucher haben die Möglichkeit, während der Messe zahlreiche Spritsparfahrten zu absolvieren.


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